Energieinfos


Deutschland droht gewaltige Lücke bei grünem Strom! Import von Erneuerbaren Energien zwingend erforderlich, um Wohlstand zu sichern. (16.09.2021)

UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e.V. weist darauf hin, dass Deutschland zwingend auf den Import Erneuerbarer Energien angewiesen ist, wenn es seinen Wohlstand halten möchte. Im Jahr 2050 wird fast 50 Prozent der für die Deckung des Endenergiebedarfs benötigten Bruttomenge grünen Stroms importiert werden müssen. UNITI fordert daher eine Importstrategie für Erneuerbare Energien. Klimaneutrale E-Fuels werden dabei unverzichtbar sein.

Eingeschränktes Ausbaupotenzial für heimischen Grünstrom
Das „Fraunhofer-Barometer der Energiewende“ bewertet jährlich den Stand der deutschen Energiewende. Zahlen des aktuellen Berichts des Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE geben Anlass zur Sorge. So ist absehbar, dass im Jahr 2050 nur gut die Hälfte (Bruttomenge) des für die Deckung des Endenergiebedarfs benötigten Grünstroms hierzulande gewonnen werden kann, der Rest muss im Ausland erzeugt und in Form von Wasserstoff oder PtX-Erzeugnissen nach Deutschland importiert werden. Ein Transport des Stroms per Kabel wäre zu teuer und würde technisch bedingte Speicherprobleme nicht lösen. UNITI-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn: „Grünstrom selbst ließe sich sinnvoll nur aus unseren direkten Nachbarländern importieren. Allerdings benötigen unsere Nachbarn diesen selbst, um die Klimaziele zu erreichen.“ Allein die Sonnenstrahlung, die auf die Erde trifft, liefert in nur drei Stunden die Energie für den Jahresenergiebedarf der gesamten Erdbevölkerung. Erneuerbare Energien sind auf globaler Ebene also ausreichend verfügbar, ihre Verteilung ist allerdings ungleich. Der UNITI-Hauptgeschäftsführer erläutert: „In den Industriestaaten Europas z.B. ist der Bedarf besonders hoch, aber das Potenzial für die Gewinnung Erneuerbarer Energien oft gering.“ In Deutschland ist darüber hinaus die saisonale Verfügbarkeit besonders ungünstig. So ist der Anteil der Erneuerbaren am Strommix im Sommer relativ hoch, aber nicht im Winter, wo der Bedarf besonders groß ist. Das weitere Ausbaupotential für Wind und Sonnenergie in der Bundesrepublik gilt als begrenzt.

Import grünen Stroms in Form von E-Fuels als Lösung
Ohne den Import grüner Energie droht Deutschland eine große Lücke bei der Deckung des Bedarfs an Erneuerbaren Energien im Jahr 2050. „Eine Knappheit an Grünstrom würde das Erreichen des Ziels der Klimaneutralität unmöglich machen sowie den wirtschaftlichen Wohlstand und die Mobilität der Menschen massiv gefährden“, warnt Kühn. E-Fuels könnten das Dilemma auflösen. Sie erlauben es, grünen Strom aus sonnen- und windreichenden Regionen der Welt in flüssiger Form zu speichern und z.B. nach Europa zu transportieren.

Klare Forderungen an die Politik
UNITI-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn: „Da wir schon länger vor einer sich abzeichnenden Grünstromlücke warnen, begrüßen wir, dass es jüngst Signale von Bundeswirtschaftsminister Altmaier und Bundeskanzlerin Merkel gab, den zukünftigen Strombedarf und das Ausbaupotenzial für die Erneuerbaren Energien in Deutschland faktenbasierter zu prognostizieren. Bei diesem wichtigen Thema wird dringend mehr Realismus und weniger Wunschdenken gebraucht.“ Ohne Technologieoffenheit droht die Energie- und damit auch die Verkehrswende zu scheitern. „Es ist daher sachlich nicht nachvollziehbar, warum synthetischen Kraft- und Brennstoffe, die ein unverzichtbarer Teil der Lösung der gewaltigen Herausforderungen sind, weiterhin u.a. regulatorisch verhindert werden. Hier ist dringend ein Umdenken gefordert“, so Kühn.

Um den raschen Markthochlauf von E-Fuels zu ermöglichen, fordert UNITI daher eine Reihe von politischen Maßnahmen ein:

Anrechenbarkeit von E-Fuels bei der EU-Flottenregulierung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen sowie von Lkw und schweren Nutzfahrzeugen.

  • Mindestquote für E-Fuels für den gesamten Verkehrssektor.
  • Umstellung der Energiesteuer im Verkehr auf eine reine Abgabe auf Emissionen von fossilem CO₂.
  • Förderung von außereuropäischen Energieprojekten in Form von Energiepartnerschaften.
  • Investitionsanreizende Ausgestaltung der Produktionskriterien für PtX-Produkte.
  • Realitätsnahe Ausgestaltung der Euro-7-Abgasnorm.
  • E-Fuels als Reinkraftstoffe zulassen.

 

Quelle: UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e. V.

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